Angela Davis: „The Refugee movement is the movement of the 21st Century“

US-Bürgerrechtlerin und frühere Black-Panther-Aktivistin Angela Davis 2015 in Berlin

Angela Davis (US-Bürgerrechtlerin, Humanwissenschaftlerin, Philosophin und Schriftstellerin); den meisten wohl als ehemalige Aktivistin der Black-Panther Bewegung (Black Panther Party) [01] bekannt oder eben als Symbolfigur der 70er Jahre für den Kampf der Gerechtigkeit der schwarzen US-Bevölkerung gegen Rassismus und Unterdrückung.
Davis solidarisierte sich in den letzten Jahren auch für die Occupy-Bewegung [02]; in Berlin hatte sie 2011 den dortigen Aktivisten einen Besuch am Bundespressestand [03] abgestattet.

Rückblick

Weil eine Tatwaffe auf ihren Namen registriert bzw. gekauft war, landete Davis 1970 auf den „FBI Ten Most Wanted Fugitives“ und musste sich nach ihrer Verhaftung wegen Verdachts auf Mord, Menschenraub & politische Verschwörung vor einem Gericht verantworten. Im späteren Verlauf wurde Davis in allen Punkten freigesprochen. Ihr drohte damals bei Verurteilung wegen des Vorwurfs der „Unterstützung des Terrorismus“ die Todesstrafe. [04]

Bis heute ist die mittlerweile 72-jährige Davis politisch aktiv.

IMG_2142


„The Refugee movement is the movement of the 21st Century“

Am 15. Mai letzten Jahres hatte ich das unfassbare Glück, Angela Davis [05] bei ihrem mehrtägigen Aufenhalt in Deutschland zum ersten Mal live und hautnah in Berlin erleben zu dürfen.

Die US-Bürgerrechtlerin war zusammen mit ihrer Kollegin Gina Dent [06] (Antirassismus-Forscherin und Professorin für Feministische Studien, bekannt in den Bereichen: Pinkwashing/Palestine/Queers for BDS) [07] nach Berlin gereist, um mit Flüchtlingen, verschiedenen Initiativen, Aktivisten & Unterstützern über die Refugee Strike Bewegung und deren Situation zu sprechen.

Die Antirassismus-Initiative „ReachOut“ [08] hatte im Vorfeld die Genehmigung für einen Besuch der Unterkunft von Geflüchteten in der Ohlauer Straße (Gerhart-Hauptmann-Schule) beantragt. Laut ReachOut fanden im Februar und März 2015 mehrere genehmigte Treffen mit Bewohnern der Schule statt. Der Bezirk hatte den Besuch mit Davis allerdings nicht genehmigt.

Der ehemalige Bezirksamtsprecher Sascha Langenbach ließ verlauten, hier handele es sich „nur“ um einen „PR-Gag“. [09] Langenbach weiter: „Lassen wir Davis und Dent in die Schule, wollen weitere Leute kommen. Demnächst stehen noch Margot Honecker und Egon Krenz auf der Matte.“ [10] (…)

IMG_2046

Somit fand das Gespräch vor den von Security bewachten und verschlossenen Toren der Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg statt. Die Polizei war mit Wannen vor Ort, hielten sich allerdings in größerem Abstand zurück.

„Kann mir mal jemand erklären warum sie uns nicht in diese Schule gelassen haben?“, fragt Angela Davis, auf die alle Blicke gerichtet sind, „ist das eine Schule oder ein Gefängnis?“ [11]

Keine halbe Stunde verbringt Davis vor der Flüchtlingsunterkunft in der Ohlauer Straße. Zuvor hatte sie sich bereits im Lokal „Jockel“ mit Aktivisten getroffen, mit diesen Gespräche geführt und man war gemeinsam zur Gerhart-Hauptmann-Schule gelaufen.

Mit erhobener und geballter Faust verabschiedete sich Davis einige Zeit später von allen Anwesenden und stieg in das kurz zuvor gerufene Taxi, welches bald darauf, begleitet von winkenden Menschen, wieder in der Großstadt verschwand…

IMG_2168

Auswahl der Bilderstrecke:

Ein kurzes Audio über das Zusammentreffen gibt es bei FreieRadio.net sowie eine Dokumentation von arte aus 2010: Angela Davis – der Kampf geht weiter!


Fußnoten ♦ Quellen ♦ Verweise ♦ weiterführende Links

[01] Wikipedia:  Black Panther Party ↩
[02] derFreitag von Hanning Voigts: „Macht weiter mit dem, was ihr macht!“ Angela Davis bei Occupy Berlin (Archivlink) ↩
[03] flickr: Angela Davis im Occupycamp am Bundespressestand Berlin am 18.11.2011 ↩
[04] Sächsische Zeitung: Rote Rosen für Angela Davis ↩
[05] fembio.org, Biographie von Angela Davis ↩
[06] feministstudies.ucsc.edu, Gina Dent ↩
[07] fisch+fleisch von Alex Feuerherdt: Eine Verschwörungstheorie namens »Pinkwashing« #Politik #Antisemitismus #LGBTQ  ↩
[08] Pressemitteilung ReachOut Berlin: Angela Davis wird der Zugang zur Schule in der Ohlauer Straße verweigert ↩
[09] Der Tagesspiegel: US-Bürgerrechtlerin in Berlin-Kreuzberg Bezirk untersagt Angela Davis Zutritt zu Gerhart-Hauptmann-Schule ↩
[10] Berliner Woche: Linke erzürnt Aussagen des Bezirkssprechers ↩
[11] Der Tagesspiegel: US-Bürgerrechtlerin in Berlin Angela Davis will Flüchtlingsbewegung neuen Schub geben ↩


♦ flickr-Album: US-Menschenrechtlerin Angela Davis in Berlin ↩
♦ freie-radios.net Angela Davis: “The Refugee movement is THE movement of the 21st Century” ↩
♦ Vimeo; Angela Davis am 15. Mai 2016 in Berlin, Video zu: “The Refugee movement is the movement of the 21st Century” ↩
♦ Youtube; Dokumentation von arte aus 2010: „Angela Davis – der Kampf geht weiter!“ ↩
♦ taz: Angela Davis zu Besuch in Kreuzberg – BLACK PANTHER Bürgerrechtlerin trifft sich mit Geflüchteten und AktivistInnen migrantischer Organisationen ↩
♦ Deutschlandfunk: Freiheit für Angela – Vor 40 Jahren wurde die US-Bürgerrechtlerin Angela Davis von der Anklage wegen Mordes freigesprochen ↩

Das Tolstoi-Institut geht auf musikalischen Stimmenfang!

Eurasisch, Pro-Russischer Wahlkampf in Berlin?

Vor gut zwei Wochen hatte ich die Kunstaktion [1] vom Zentrum für politische Schönheit am Maxim Gorki Theater besucht. Danach schlenderte ich noch etwas durch Berlin-Mitte.
Schon von Weitem konnte man die hervorragende Opernstimme hören, von der man nicht wusste, woher sie wirklich kam. Gab es eine Veranstaltung rund um die Stiftung Deutsches Historisches Museum? Ich wurde neugierig und steuerte meinem Gehör nach, dem Ziel entgegen.

Dort angekommen, konnte man schon eine Menschentraube erkennen. Die meisten wohl Touristen, die diesem Gesang lauschten und auch wahrlich genossen; einige, die fotografierten und filmten. Damit es wohl nicht ganz so auffiel, das man die Opern auf russisch sang, gab es zwischendurch auch italienische Gesänge wie z.B.: ’O sole mio. Doch, musikalisch war das richtig gut!
Nicht wenige spendeten der Pudelmütze am Boden liegend Geld und wussten ganz sicherlich nicht, wem sie dort somit finanzielle Unterstützung boten…auch wenn es nur um Kleinstbeträge geht…

TI_TG

Hätte Tatjana Garsiya, Präsidentin des Tolstoi-Institutes [2], die mir durch meine Querfront-Arbeit [3] bekannt ist, nicht neben der Sängerin gesessen, wer weiß, vielleicht hätte sogar auch ich ein paar Centstücke in die Pudelmütze geworfen. …

Aus diesem Grund dachte ich, knüpfe ich doch mal etwas tiefer an. Denn hier geht es nur vordergründig um Musik & Kultur. Für eine angeblich deutsch-russische Freundschaft und Frieden mit Russland, wie ihn auch Jürgen Elsässer von Compact und andere Neue Rechte progagieren. Hier laufen im Hintergrund politische Netzwerke, die nationalistisch, rechts und antidemokratisch sind!

Vorgeschichte

Vor etwas über einem Jahr hatte ZAPP in einem Interview mit Tatjana Garsiya [4] über die dubiosen Netzwerke des Tolstoi-Institutes berichtet. Dazu nahm der NDR u.a. als Anknüpfungspunkt die Veranstaltung vor dem sowjetischen Ehrenmal [5] 2014 im Tiergarten. Dort war neben Garsiya auch Stefan Tischer von der BüSo aktiv beteiligt. Tischer hat ebenfalls bei den Mahnwachen gesprochen und machte Werbung für Rüdiger Klasen von staatenlos.info [6]. Weiterhin ist er auf Facebook mit Tatjana Garsiya befreundet [7]. So wie Garsiya hat auch er mittlerweile sein Profil öffentlich sehr eingeschränkt.

Alles in allem ein ziemlich guter, wenn auch kurzer Beitrag von ZAPP. Leider berichteten sie im letzten Jahr nicht über die rechten Demos aus 2014, an denen das Tolstoi-Institut beteiligt war:

Die Verbindungen laufen über die Querfront (große Teile aus der Partei DIE LINKE, Antiimperialistische Aktion etc., Stop Ramstein, Mahnwachen) aber auch über RT Deutsch, über Neue Rechte (z.B. Compact, Identitäre Bewegung, Endgame) – bis hin zur Politsekte BüSo/LaRouche – und zur „eurasischen Ideologie“ nach Russland. In diesem Artikel [8] kann man einige Details und weitere Hintergründe darüber nachlesen.

Kurz nach Ausstrahlung von ZAPP erfolgte eine Stellungnahme durch Tatjana Garsiya [9], doch zu den Veröffentlichungen der Fakten gab es keinen Kommentar von ihr; außer: das die westlichen Medien lügen. Quasi gleichgeschaltet sind. Wen verwundert dies, ist sie doch auch in der Lügenpresse-Facebookgruppe.
Wer wie Garsiya davon spricht, das in Deutschland keine Pressefreiheit herrscht, weil eben kritisch über die pro-russischen Netzwerke berichtet wird, weil diese überwiegend nationalistisch besetzt sind; der wird weder Fakten aushalten, noch die Kritikpunkte in der Stellungnahme ansprechen.
Wie auch geschehen.


Ostermarsch in Potsdam. Hier spricht die Potsdamer Mahnwache (Gerhard Labitzke, Jan Dahlrgrün, Barbara Reiss), die ebenfalls mit Akteuren rund um Compact, ProDeutschland bekannt sind, aber auch eng in Verbindung zu den Mahnwachen Berlin resp. zur Friedensfusion/AK Berlin stehen. Im Bild: Das Aktivistenumfeld von Oleg Muzyka, im Hintergrund Jan Dahlgrün bei seiner Rede über die FED.
Gemeinsame Demos mit Rechten

Im März und September 2014 war das Tolstoi-Institut, vertreten durch Tatjana Garsiya, auf rechten Demos anwesend. Zumindest im März war sie mit ihrem Institut neben ProDeutschland am Pariser Platz in Berlin vor Ort, wie hier auf der Seite von PI-News [10] in voller Ausführlichkeit und mit Bildstrecke nachverfolgbar ist. Die Demo vom September 2014 bewirbt sie bis heute [11] auf der Internetpräsenz vom Tolstoi-Institut, was zeigt, das selbst nach der ZAPP-Sendung keine Distanzierung statt findet sondern weiterhin die Solidarität mit Neuen Rechten! Aber das ist ja auch erst der Anfang…

Ein Kollege von mir, der damals fotografisch vor Ort war, hatte sich in seinem Fotostream auf flickr [12] folgend geäußert:
[…] Im Vorfeld wurde ein Plakat wegen Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen (Hakenkreuz) von der Polizei eingezogen. Ebenso wurden die Personalien eines Teilnehmers wegen eines Verstoßes gegen das Pressegesetz aufgenommen. […]
[…] In einer Rede warnte der ehemalige stellvertretende Vorsitzende von ProDeutschland Karl Schmitt [13]  vor einem drohenden Krieg mit Russland. […]

Angemeldet hatte die Demo „Kein Krieg mit Russland“ im September 2014: Karl Schmitt [14] resp. Patrioten e.V. [15]. ProDeutschland, das Contra-Magazin und PI-News [16] hatten darüber berichet. Die Seite: Neue Solidarität von Büso – der LaRouche Bewegung [17] hatte im Nachgang einen Bericht über die Demo veröffentlicht und weiter beworben.

Die dort anwesenden Personen auf der Demo umfassten das Querfront-Spektrum russischer Nationalisten [18] rund um Oleg Muzyka [19], die bis heute aktiv in Berlin tätig sind und teils durch DIE LINKE [20] [21] [22], durch die querfrontdurchtränkte Presse der junge Welt [23] „Mütter gegen den Krieg Berlin“ [24] oder dem CoopCafe [25] immer wieder Unterstützung in ihren Propaganda-Veranstaltungen „gegen den Westen“ [26] bekommen.
Dazu gibt es immer wieder aufklärerische Gegenstimmen, u.a. hier von den Grünen in Leipzig [27] oder das Haus für Demokratie und Menschenrechte [28], welches Oleg Muzyka nach zahlreichen Hinweisen den Nutzungsvertrag kündigte.

Neben den russischen Nationalisten aus der Querfront waren aber auch Demonstranten aus dem rechtsextremen Spektrum wie z.B. German Defense League [29], Manfred Rouhs [30] (der dort eine Rede hielt) und bekannte Reichsbürger [31] beteiligt. Evelin Pietza aka Reina de los Duendes [32] (Endgame-Spektrum, RT Deutsch, Compact) hatte ebenfalls dieser rechten Veranstaltung zugesagt.


Umgekehrte deutsche Flagge (Reichsbürger) mit russischer Nationalflagge. Vereint mit dem Logo der Identitätren Bewegung auf einer Kundgebung von staatenlos.info anlässlich eines neurechten Aufmarsches in Berlin, wo u.a. auch Endgame beteiligt war.

Die Netzwerke rund um Tatjana Garsiya

Auf Facebook gibt es eine Gruppe zum Tolstoi-Institut [33] mit über 3.600 Mitgliedern. Admina ist Tatjana Garsiya und eine weitere, die in ihrer Netzwerkliste [34] neben Garsiya auch Dieter Stein, Chefredakteur der JUNGEN FREIHEIT befreundet hat. Daran reihen sich Michael Stürzenberger, Lars Seidensticker, Karl Schmitt, Stephan Böhlke, Kai Homilius, Oleg Muzyka und viele weitere.

~ ~ ~

(…) Bei der feierlichen Gründungsveranstaltung im November letzten Jahres wurde die russische und die deutsche Seele vereint. Mit Musik von Rachmaninow, Tschaikowski, Grieg, Brahms und Schumann, so Tatjana Garsiya vom Tolstoi-Institut.

(…) Wenn wir die Ideen von großen Menschen wie Platon, Nikolaus von Kues, Leibniz, Mendelssohn, Schiller, Humboldt, Bach, Mozart, Beethoven, Gauß, Riemann und Cantor wieder lebendig werden lassen, können wir wieder zum Volk der Dichter und Denker werden, verspricht die Partei Bürgerrechtsbewegung Solidarität, kurz BüSo.

~ ~ ~

Es mag zwar sein, das Tatjana Garsiya ihre Freundesliste sowie alles andere im Internet nicht mehr öffentlich zugänglich macht, allerdings kann man über andere Personen immer noch öffentlich nachlesen, mit wem sie Netzwerke pflegt – so z.B. mit Jurij Kofner (ZKZ, Compact, Vorsitzender der eurasischen Bewegung „Junges Eurasien), Roland Schneider von den Nachtwölfen, Stefan Tischer von der BüSo, Dimitri Metzler von der Nationalen Befreiungsbewegung (NOD), Oleg Muzyka (ehemals in der Partei RODINA), Heinrich Bücker vom COOP-Cafe, Rüdiger Klasen von staatenlos.info, Michael Stürzenberger (Bundesvorsitzender der rechtspopulistischen Kleinpartei „Die Freiheit“ & PI-News) – die Liste ist mit Sicherheit noch länger…

Und dann gibt es auch eine sogenannte „Mitarbeiter-Propagandisten“ Seite [35], die offen legt, welche Interessen Tatjana Garsiya vertritt.

Neben Pegida und Aktive Patrioten [36] sind auch das Heimatkommando Deutschland [37], die AfD und die Mahnwachen [38] vertreten. Das Suworow Institut durch den Vorstand [39] Patrick Poppel [40] sowieso, schließlich ist dies ein Partner des Tolstoi-Institutes [41]. Über das Suworow Institut – in Verbindung zum ZKZ und den Neuen Rechten [42] hatte die ARD im April diesen Jahres sehr ausführlich berichtet.


Friedenswinter2014_linkeQF
Friedenswinter in Berlin. Russische Propaganda und verschwörungsideologische Werbung, hier von Aktivisten des COOP Cafe, soweit das Auge reicht. Auf dem Schild „alternative Medien“ aus dem linken Querfrontspektrum. Einzig das ND passt nicht so ganz auf das Plakat.

Ich könnte hier beim Suworow Institut noch in großen Teilen ausschweifen, allerdings würde das den Rahmen sprengen. Nur so viel: Es geht wieder einmal um bekannte Verbindungen u.a. zu Compact rund um Jürgen Elsässer, der deutschen Peggy Seidler bzw. Margarita Seidler – jetzt Kiriaki [43] aus Lutherstadt / Wittenberg in Sachsen-Anhalt; die Evelin Pietza [44] aka Reina de los Duendes  für Compact beworben [45] hat. Neben Compact kann man sie allerdings auch auf dem Youtube-Kanal der Antiimperialistischen Aktion finden, wo sie ebenfalls medial präsentiert wird.

Margarita Seidler hat sich den russischen Separatisten angeschlossen und den russisch-orthodoxen Glauben angenommen. Sie ist zur Ikone, Heldin des Ostens geworden. Oder auch anders gesagt, sie sieht sich selbst als Märtyrerin und genau das sind auch ihre Botschaften & Aussagen in ihrem Video [46], welches fundamentalistischer nicht sein kann! Auch über sie wurde bereits berichtet, in einem Video von MDR Investegativ [47] aus 2015.

Der Vorstand vom Suworow Inistitut (dem Partner des Tolstoi-Institutes) Patrick Poppel pflegt öfteren Kontakt und Zusammenarbeit zu Seidel, wie man seiner Facebook-Seite entnehmen kann.
Auch hier wird eine Religion für orthodoxen Fundamentalismus [48], für den Nationalismus und Krieg missbraucht.
Das kann man auch hier in Deutschland sehr gut beobachten. Bekannt dafür geworden war Viktor Seibel, ehemals Organisator der Mahnwache in Kassel, dann Stop Ramstein, Endgame, Pegida, Identitäre Bewegung, Deutsch-Russische-Bruderschaft, Nachtwölfe bis hin zu Nazis. Er ist hier nur ein Beispiel!
Leider scheinen beim Thema Russland bzw. Ukraine die Medien immer noch wenig Interesse zu haben. Man kann nur hoffen, das nach dem „Fall Lisa“ [49] Anfang diesen Jahres [50], der genau auch in diesem Querfrontspektrum propagandistisch ausgeschlachtet wurde, die Medien nun etwas aufmerksamer werden und nicht nur an der Oberfläche recherchieren!

In Seidlers Freundesliste sind zahlreiche Separatisten aufgelistet, die nicht alle aus Russland kommen, aber für Russland kämpfen. Weiterhin: Alexander Dugin, Evelin Pietza, Oleg Muzyka, Dimitri Metzler [51], Nikolaj Blagin „Stierlitz“ [52] (über ihn berichtete 2015 WELTinvestegativ), natürlich Patrick Poppel, Graham Phillips [53], Zak Novak [54], um nur einige zu nennen.

Pro Putin Partei

Und als ob das alles nicht schon reichen würde, gründeten irgendwelche Menschen Ende letzten Jahres das Pro Putin-Partei Gründungsprojekt [55]. Wenn man dieser Facebook-Seite Glauben schenken müsste, stehen dort an Likes durch die Mahnwachen bekannte verschwörungsideologische Inhalte, aber auch Viktor Orban [56] sowie russisch-nationalistische Akteure. Mittlerweile gibt es dazu eine Petition [57] zur „Errichtung eines deutschen Staates durch Putin auf deutschem Boden“. Denn wenn es nach staatenlos.info geht, wofür auch Dimitri Metzler [58] & die Politsekte BüSo/LaRouche/Schiller-Institut wirbt, sind wir ja – im übertragenen Sinne: „Immer noch ein besetztes Land, welches sich immer noch Krieg befindet und befreit werden muss„. So ungefähr. Daher wohl auch „der Ruf dieser Leute nach Frieden“. Natürlich nur für Russland! Und für putintreue Deutsche!

Fazit

Wie schon bei den Mahnwachen „für den Frieden“ und den daraus erstarkenden Querfront- und Rechtsbewegungen geht es hier in keinster Weise um den Frieden oder um einen Frieden an sich. Frieden unter antidemokratischen Verhältnissen gibt es nicht und verbietet sich schon per Definition.
Die Politsekte BüSo hatte von Anfang an bei den Mahnwachen und bei staatenlos.info mit prorussischer Propaganda und versuchter Einflussnahme mitgewirkt. Schaut man sich die deutsch-russischen Netzwerke und die der Reichsbürger genauer an, sind sie dort vermehrt vorzufinden.

TatjanaGarsiya - da darf man ruhig mal klatschen

Es ist erschreckend, wie viele Menschen sich mittlerweile antidemokratische Verhältnisse wünschen und Diktatoren unterschiedlichster Länder verehren und verherrlichen!

Wenn man mit diesem Hintergrundwissen dann auf der Straße sieht, wie diese Netzwerke über Einzelpersonen und mit Straßenmusik Gelder einsammeln und die Präsidentin sitzt daneben und klatscht in die Hände….dann hat man viele Fragen…und über die Antwort kann man hier: Leider nur spekulieren…

Kurz nach meiner Ankunft brachen sie das Schauspiel ab und wanderten weiter in Richtung Spree. Irgendwann verlor ich sie aus den Augen. Ruckzuck – weg waren sie. Untergetaucht zwischen den Touristenmassen. Vermutlich waren sie zum Lustgarten weiter gewandelt…um dort die russischen und deutschen Seelen wieder musikalisch mit herzerwärmenden Gesängen zu vereinen…


Im nächsten Beitrag werde ich mich etwas näher mit der Facebookgruppe vom Tolstoi-Institut und ihrer Mitglieder beschäftigen, da es zu umfangreich ist, dies hier noch einzubringen!


Fußnoten ♦ Quellen ♦ Verweise ♦ weiterführende Links

[1] flickr-Album Steffi Reichert: „Flüchtlinge fressen – Not und Spiele“ vom ZPS ↩
[2] Internetpräsenz des Tolstoi-Institutes (per anonym-URL) ↩
[3] flickr-Album Steffi Reichert: Querfront II ↩
[4] ndr/ZAPP: „Kultur und Propaganda: Das Tolstoi-Institut“ (Archivlink) ↩
[5] Youtube Kanal vom Tolstoi Institut: „Demo 13 4 2014 091“ ↩
[6] RechercheBlog: „Lars Märholz, die DeutscheLobby und die LaRouche-Bewegung“ ↩
[7] Netzwerkliste von Stefan Tischer (BüSo) auf Facebook (Archivlink) ↩
[8] RechercheBlog: „Das Tolstoi-Institut in Berlin und die Verbindungen zu den Mahnwachen/Querfront“ ↩
[9] Youtube Kanal vom Tolstoi Institut: „Stellungnahme zum NDR-Beitrag“ ↩
[10] PI-News: „Kein Krieg gegen Russland“- Demo in Berlin (Archivlink) ↩
[11] Tolstoi-Institut mit Werbung der rechten Demo via abload ↩
[12] flickr-Album Thorsten Strasas – Reportage: „Deutsche Rechte demonstrieren mit Russen für Putin in Berlin“ ↩
[13] „Antritt von Rechts“ – ProDeutschland, PDF apabiz, Seite 3-4 ↩
[14] Facebook-Event zu: „Kein Krieg gegen Russland“ von Karl Schmitt (Archivlink) ↩
[15] Internetpräsenz der Seite: Patrioten e.V. (Archivlink) ↩
[16] PI-News: Berlin „Kein Krieg mit Russland“-Demo am 7.9. (Archivlink) ↩
[17] Neue Solidarität von Büso – der LaRouche Bewegung zur Demo: „Kein Krieg gegen Rußland!“ (Archivlink) ↩
[18] flickr-Album Steffi Reichert: Querfront II ↩
[19] Netzwerkliste von Oleg Muzyka (Archivlink) ↩
[20] Foto vom Facebook-Profil von Oleg Muzyka, ebenfalls darauf: Alexej Danckwardt, ehemals DIE LINKE (Archivlink) ↩
[21] Werbung für Oleg Muzyka durch DIE LINKE: Veranstaltung zur aktuellen Situation in der Ukraine: Das Massaker von Odessa – Hintergründe und Folgen (Archivlink) ↩
[22] Werbung für Oleg Muzyka durch DIE LINKE: Ausstellungseröffnung „Das Massaker von Odessa“ – Leipziger LINKE präsentiert im Liebknecht-Haus Fotos und Hintergründe zum 2. Mai (Archivlink) ↩
[23] junge Welt: „Die Kinder von Donezk“ (Archivlink) ↩
[24] Video auf Vimeo von QuerfrontWatch: „Montagsmahnwache“ Berlin: Nazis verabschieden sich von Brigitte Queck (Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg) ↩ Im Hintergrund hört man Dieter Dehm´s „Bella Ciao“ singen. Es war der Tag, an dem Dieter Dehm „seine Antisemitismusrede“ hielt: „Der Antisemitismus wurde das, was er wirklich ist: Eine massenmordende Bestie. Und deswegen dürfen wir nicht zulassen, dass man den Begriff des Antisemitismus für Alles und Jeden inflationiert. […] Antisemitismus ist Massenmord und muss dem Massenmord vorbehalten bleiben!“
[25] Bereitstellung der Seite PRIZM durch das CoopCafe Berlin für Propagandaveranstaltungen, u.a. Oleg Muzyka Olga Borodina (Spaltung), Mark Bartalmai (Ukrainian Agony), Ulrich Heiden (Lauffeuer) u.a. (Archivlink) ↩
[26] EuroMaidanPress: „Trolle auf Deutschlandtour“ (Archivlink) ↩
[27] Pressemitteilung Bündnis90/DIE GRÜNE Leipzig: „Volker Külow instrumentalisiert Ukraine-Konflikt mit abwegigem Holocaustvergleich für seinen Wahlkampf“ (Archivlink) ↩
[28] Haus der Demokratie und Menschenrechte Berlin: „Absage des Filmfestivals „Demokratie in Flammen“ an Oleg Musyka durch die Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte“ (Archivlink) ↩
[29] Wikipedia: German Defence League ↩
[30] Wikipedia: Manfred Rouhs ↩
[31] Wiki Sonnenstaatland zu Rüdiger Klasen ↩
[32] Friedensdemo-Watch zu Evelin Pietza (Archivlink) ↩
[33] Facebook-Gruppe des Tolstoi-Institut (Archivlink) ↩
[34] Netzwerkliste von Roswitha von Grunwald, Admina der Facebookgruppe: Tolstoi-Institut (Archivlink) ↩
[35] StopFake.org über die Seite TrolleyBust ↩
[36] TrolleyBust zu Tatjana Garsiya: offen gelegte Interessen und Abonnements, die TrolleyBust via Facebook heraus gefiltert hat (Archivlink) ↩
[37] TrolleyBust zu Tatjana Garsiya: offen gelegte Interessen und Abonnements, die TrolleyBust via Facebook heraus gefiltert hat (Archivlink) ↩
[38] TrolleyBust zu Tatjana Garsiya: offen gelegte Interessen und Abonnements, die TrolleyBust via Facebook heraus gefiltert hat (Archivlink) ↩
[39] Suworow Institut | Wir über uns (Archivlink) ↩
[40] Facebook-Seite von Patrick Poppel, Generalsekretär und Vorsitzender des Vorstandes vom Suworow Institut (Archivlink) ↩
[41] Tolstoi-Institut „Unsere Partner“ (Archivlink) ↩
[42] tagesschau mit folgendem Artikel:  „Pro-russische Netzwerke – Moskautreue Rechte“ u.a. über das Suworow Institut, welches Partner vom Zentrums für Kontinentale Zusammenarbeit (ZKZ) ist und diese widerum zu Partnern der Identitären Bewegung, Compact und das Institut für Staatspolitik stehen (Archivlink) ↩
[43] Netzwerkliste von Margarita Seidler (jetzt Kiriaki) auf Facebook (Archivlink) ↩
[44] Friedensdemo-Watch zu Evelin Pietza (Archivlink) ↩
[45] Blog Jürgen Elsässer: „Deutsche Kämpferin verteidigt Donezk gegen den NATO-Faschismus“ (Archivlink) ↩ Hier wird auch die Vermittlung zwischen Margarita Seidler mit Evelin Pietza beschrieben
[46] gloria.tv: „Russland: Die letzte Verteidigungslinie“ – Interview mit Margarita Seidler mit ihren fundamentalistischen Ansichten (per anonym-URL) ↩ Vermutlich wird der Kanal: St. Georgsband von Seidler selbst betrieben
[47] Youtube-Kanal von MDR: „Eine Deutsche kämpft in der Ukraine“ | Exakt | MDR ↩
[48] Der Tagesspiegel: Orthodoxe Fundamentalisten in Russland auf dem Vormarsch (Archivlink) ↩
[49] taz: Linken-Politiker mit Putschfantasien – der Leipziger Anwalt Alexej Danckwardt im „Fall Lisa“ ↩
[50] flickr-Album Steffi Reichert: „Achtung! Das ist Krieg!“ – Der Fall Lisa | Propaganda und Parallelgesellschaft – Demo von Russlanddeutschen und Rechten vor dem Bundeskanzleramt in Berlin ↩
[51] Zeit: „Russlands Nationale Befreiungsbewegung Heimat, Freiheit, Putin“ über Dimitri Metzler (Archivlink) ↩
[52] investigativ.welt: „Deutschen Separatisten auf der Spur“ – über Nikolaj Blagin (Archivlink) ↩
[53] StopFake.org: British Citizen Exposed as a Tool of Russia’s FSB – über Graham Phillips ↩
[54] aredrover.com: „The New York Chetnik fights for Donbas“ – über Zak Novak/Zak Novkovic (Archivlink) ↩
[55] Facebookseite: Pro Putin Partei – Gründungsprojekt (Archivlink) ↩
[56] Facebook-Seite: Jobbik in München (Németországi Jobbik-szimpatizánsok) aktiv bei Pegida (Archivlink) ↩ Motto: Merkel muss weg!
[57] Das Kraftfuttermischwerk: „Petition an Russland mit der Bitte, einen deutschen Staat zu gründen“ ↩
[58] Facebook-Gruppe: Interventionskommando gegen die Lügenpresse (Mitgliederliste) Collage, via abload ↩

♦ Pressemitteilung zdf vom 14. März 2016: ZDF-Magazin „Frontal 21“: CDU-Abgeordnete traten bei rechten Russland-Unterstützern auf – Spezialeinheit beobachtet vermehrt russische Propaganda gegen EU-Staaten (Archivlink) ↩
♦ derStandard.at vom 31. Juli 2016: Sputnik, FPÖ, Identitäre: Russisch-rechtes Rendezvous in Wien, u.a. Thema das Suworow-Institut (Archivlink) ↩

Das flickr-Album dazu ist ⇒ hier zu finden!