Berlin/Gedenken/Protest

Solidarität mit den Opfern des Mauerbaus

Eine politische Demonstration mit Zeitzeugen und Stör-Aktion

Am 13. August 2016 erinnerten erneut Vereine und Verbände in der Gedenkstätte Berliner Mauer und vor dem Brandenburger Tor an die Opfer der Mauertoten.
Der Förderverein der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) hatten an diesem Sonnabend zum Gedenken auf dem Pariser Platz aufgerufen – parallel zur offiziellen Feier in der Gedenkstätte Berliner Mauer. Unmittelbar vor dem Brandenburger Tor standen zwei graue Kastenwagen der Stasi. Darin wurden Gefangene transportiert. Am Jahrestag des Mauerbaus stehen sie dort für die Besucher zur Besichtigung.

Zeitzeugen berichteten auf einer Bühne von ihrem Schicksal, anwesend waren unter anderem:

  • Dr. Jörg Kürschner (Vorsitzender des Fördervereins Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen)
  • Dieter Dombrowski, Bundesvorsitzender der UOKG)
  • Hubertus Knabe (Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen)
  • Rolf Kranz (1980 wegen Fluchthilfe inhaftiert)
  • Roland Jahn (Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, 1983 inhaftiert)
  • Karl-Heinz Richter (1964 nach Fluchtversuch inhaftiert)
  • Cliewe Juritza (1984 bei Fluchtversuch verhaftet)
  • Hartmut Richter (1975 wegen Fluchthilfe inhaftiert) und
  • Sigrid Grünewald (1981 wegen Fluchthilfe inhaftiert) sowie weitere, betroffene Teilnehmer an diesem Tag.

Viele Touristen waren beeindruckt. Doch manche sehen die Geschichte bis heute ganz anders. Gegen 14 Uhr entrollen Mitglieder des Vereins „Unentdecktes Land“ ein Transparent mit der Aufschrift: „Diese Grenze wurde aufgehoben, damit wir gemeinsam wieder in den Krieg ziehen.“ Vorwiegend jüngere Leute verteilen Flyer. Darauf steht, dass die DDR ihre Grenze antifaschistisch nannte und mit diesem Antifaschismus „keine AfD und Pegida, keine brennenden Unterkünfte für Geflüchtete und keine über 200 von Faschisten getöteten Menschen seit 1990 möglich gewesen“ wären.

Die Mauer-Opfer sind empört. Mit Plakaten laufen sie zum Stand von „Unentdecktes Land“. Hitzige Diskussionen, vorzugsweise unter den älteren Jahrgängen. „Die DDR war eine Diktatur“, ruft eine Frau. „Ja, aber eine Diktatur des Proletariats“, antwortet ein Mann. Der Veranstalter von „Unentdecktes Land“ sagt, dass er bis vor kurzem gar nicht gewusst habe, dass am gleichen Tag am Brandenburger Tor eine Veranstaltung der Maueropfer stattfinden sollte. Sein Verein wolle diese keineswegs verhöhnen, sondern habe nur etwas gegen die Militarisierung von Deutschland und gegen „die Show mit den tausend Toten an der deutsch-deutschen Grenze“.

Zu dieser Zeit war bereits Döner essend und mit Rollkoffer angereist: der ehemalige linksextremistische Terrorist der Antiimperialistischen Zellen und heutiger Islamist Bernhard Falk alias Bernhard Uzun oder Muntasir bi-llah eingetroffen, der sich (nicht das erste Mal) unter die Mitglieder diverser „Stasi-Vereinigungen“ rund um „Unentdecktes Land“ mischte.
Die „Ewiggestrigen-Genossen“ rund um „Unentdecktes Land“ lauschten interessiert den Reden Falks zu, was scheinbar die Polizei nervös werden ließ.

Falk wurde nun zu einer Personen- und Kofferkontrolle etwas abseits der Veranstaltung heraus geholt. Kurze Zeit später verschwand er in der Menge mit den S-Bahn-Touristen inmitten von Berlin…

Den Abschluss dieser Veranstaltung bildete eine herbeikommende Demonstration der linksextremen Politgruppe: FDJ, die mit DDR-Fahne und in FDJ-Uniform mit Schalmaien-Kapelle, Kanonenrohr und politischer Propaganda-Schlachtrufe Richtung Brandenburger Tor aufschlug.
Die Polizei sperrte diesen allerdings den Weg direkt bis vor das Brandenburger Tor ab, so das diese kehrtum machen mussten.


Fußnoten • Quellen • Verweise • weiterführende Links

• UOKG: Solidarität mit den Opfern des Mauerbaus in Potsdam und Berlin
• Tagesspiegel: Gedenken an die Maueropfer: „Dass das alles nicht vergessen wird“
• Deutschlandfunk: Provokante Mauer-Thesen empören Opferverbände
• Berliner Kurier: Opferverbände treffen am Brandenburger Tor in Berlin-Mitte auf DDR-Befürworter


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© Streich | Photography, Steffi Reichert

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Vielen Dank!
Stand: August 2016

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Ein Kommentar zu “Solidarität mit den Opfern des Mauerbaus

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