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Die RLS und ihre neurechte Werbung

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Die Rosa Luxemburg Stiftung und die neurechte Metropolico Plattform/ehemals blue-news.org

+++ Update +++
Die Rosa Luxemburg Stiftung hat reagiert und das Bild durch ein anderes ersetzt! Vielen Dank! (17. 06. 2016)


Event: „Bedrohung aus der Mitte – rechtsextreme Einstellungen“

Gestern brachte die Rosa Luxemburg Stiftung mehrere Publikationen heraus, zur Studie: „Die enthemmte Mitte“ [1]. Diesbezüglich wurde auch eine Veranstaltung [2] für den 20. Juni 2016 angesetzt, die u.a. bei Facebook einsehbar ist. Thema: Die „Mitte-Studie“ 2016 zu rechtsextremen Einstellungen, Autoritarismus und Demokratie. Dort wird direkt zum Veranstaltungskalender auf die Rosa Luxemburg Stiftung verlinkt:

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Die Stiftung versah auf ihrer eigenen Seite diese Veranstaltung mit einem kostenlosen Bild [3] von ehemals Blue-News.org, jetzt Metropolico. Die Seite Metropolico [4] macht Werbung für PI-News, AfD, Pegida, Identitäre Bewegung, HoGeSa, Junge Freiheit & Co., Wikipedia beschreibt sie [5], Zitat:  „Beobachter rechnen es mehrheitlich dem politisch rechten Spektrum zu und verorten es bisweilen im Rechtspopulismus“. Weiterhin: als ein „reaktionäres“ Portal.

Man kann es allerdings auch anders formulieren: Sie  sind den Neuen Rechten zuzuordnen:

Wikipedia zitierte allerdings auch noch folgenden Text:

» Die Frankfurter Polizei legte im Verfahren um die Rechtmäßigkeit des Polizeieinsatzes bei der Blockupy-Demonstration dem Verwaltungsgericht Frankfurt Filmmaterial von Metropolico als Beweismaterial [6] vor. Das Filmmaterial zeigt laut einem Bericht der Frankfurter Rundschau die Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Beamten, nachdem die Polizei die Demonstration aufgelöst hatte. Im Juni 2013 hatte die Gewerkschaft der Polizei in Baden-Württemberg einen Bericht von Metropolico in ihrer Gewerkschaftszeitung „GdP digital“ veröffentlicht, in dem die Berichterstattung der Frankfurter Rundschau scharf kritisiert wurde. Der Bericht wurde später wieder entfernt. Laut dem verantwortlichen Redakteur habe der Tenor des Berichtes seiner Meinung und der seiner Kollegen vor Ort entsprochen. Er habe aber nicht genügend recherchiert, wo der Bericht herkomme. «


Was ich nicht verstehe und mit diesen Gedankengängen stehe ich nicht alleine da. Wie kann man ungeprüft Fotos übernehmen? Dazu von einer neurechten Seite? Hat  man einfach von der Seite: Spezialinfo das Foto und den Text übernommen, ohne überhaupt einmal den Ursprung recherchiert zu haben? Man kann dies leider nicht prüfen, da die RLS die Linksetzung wohl einfach nur vergas…

Mal davon abgesehen, das die Rosa Luxemburg Stiftung keine Bezahlfotos mag und somit auch den Journalismus nicht unterstützt, obwohl diese Stiftung staatliche Gelder bekommt;  ist es ein Kinderspiel  auf flickr nach lizenzfreien Fotos zu suchen, die teils auch noch ziemlich gut aussehen. Dort scheint man allerdings gar nicht erst recherchiert zu haben, sonst wäre man nämlich auf die Ursprungsquelle von Metropolico [7], ehemals Blue-News.org aufmerksam geworden. Selbst die taz schreibt:

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Gerade in Zeiten von Querfront, auch innerhalb der Linkspartei [8] und den vielen neurechten Bewegungen, wirkt das alles nicht mehr wirklich vertrauenserweckend.
Es scheint wohl wichtiger zu sein, das die Rosa Luxemburg Stiftung laut junge Welt [9] dem Projekt: „Straßen aus Zucker“ [10] jetzt die Gelder streichen soll, so gesehen – weil sich diese gegen die Querfront und dem immer stärker werdenden Rechtspopulismus [11] innerhalb der Linkspartei wendet, SaZ laut junge Welt und FAZ [12] für den Tortenwurf auf Sahra Wagenknecht verantwortlich gemacht wurde, auch wenn „Straßen aus Zucker“ diese Vorwürfe auf ihrer Seite bis heute von sich weisen [13] und in einem späteren Beitrag auch die Spaltungsversuche der FAZ (Rainer Meyer alias @faz_donalphonso) gegenüber der Rosa-Luxemburg-Stiftung kritisierten.

Letztendlich geht es hier nur noch um die Aufrechterhaltung von Feindbildern, um den Vorwurf der Querfront abzuweisen, teils mit verschwörungsideologischen Inhalten, die leider auch von großen Teilen der DIE LINKE, aber auch aus der Mitte der Gesellschaft unterstützt und gefördert wird. Hier hatte es „Straßen aus Zucker“ getroffen…

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Und, von der jungen Welt erwarte ich schon lange keine differenzierten sowie neutralen Presseerzeugnisse mehr. Wenn man bedenkt, das so einige Redakteure und mittlerweile auch Ex-Redakeure bei einem namentlich etablierten neurechten Verlag [14] (mit engsten Verbindungen um nicht zu sagen, Mitstreitern zu COMPACT) ihre Bücher verlegen lassen oder für die russischen Staatsmedien schreiben, scheint nachfolgender Auszug gar nicht mal mehr so irritierend. Sind ja schließlich auch linke Politiker darunter, die als Autoren beim Kai Homilius Verlag schreiben.


Das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen:

„Die Stiftung fördert somit ein Magazin (SaZ), dessen Autoren offenbar gegenüber rassistischem und neurechtem Gedankengut aufgeschlossen sind„, empörten sich in den vergangenen Tagen Linke-Abgeordnete aus Europaparlament und Bundestag in Schreiben an den Stiftungsvorstand. Von der RLS erwarten sie, „dass umgehend Klarheit geschaffen wird, ob die Förderung des Magazins eingestellt wird“, heißt es in einem der Briefe, die jW vorliegen. Weiter in einem anderen: „Eine weitere Förderung würde die Solidaritätsbekundungen der Partei- und Fraktionsspitze, vor allem aber die Feststellung der RLS zum Angriff auf Sahra selbst konterkarieren.“ Notwendig sei zudem rasche Aufklärung und „volle Transparenz (eigene Anmerkung: vgl. Transparenz RLS/DIE LINKE) [15] über die Kooperation in der Vergangenheit“. Als Stiftungsmitglieder hätten sie ein Interesse, so die Brandbriefschreiber, zu erfahren, „wieviel Geld von der RLS in den vergangenen Jahren an Straßen aus Zucker, seine Träger und ähnliche Projekte direkt und indirekt (Redakteursstellen, Raumkostenzuschüsse, Anzeigenschaltung, Druckkostenzuschuss, Beilegerkofinanzierung in taz und Jungle World etc.) geflossen ist“. (Quelle: Junge Welt)

Wenn man dann bei genau dieser Stiftung solch Werbung der Neuen Rechten vorfindet oder weiß, inwieweit die RLS in noch anderer Sache Mitglieder der „sozialen“ Linkspartei aus dem Querfrontspektrum mit Geldern unterstützte [15], keine Rückmeldung auf die gestrigen Hinweise kommen oder der Artikel auf der Seite der RLS korrigiert wird – obwohl man in der Zwischenzeit in den sozialen Medien aktiv war, man keine Stellungnahme zum oben zitierten junge Welt Artikel recherchieren kann; darf man schon den Eindruck bekommen, das hier etwas gewaltig schief läuft….

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Update April 2018

Mittlerweile sind fast zwei Jahr des immer stärkeren Rechtsrucks vergangen und auch Wikipedia wurde enorm überarbeitet, nachdem im Mai 2017 Metropolico mit dem AfD-Portal Journalisten-Watch fusioniert hat. Dort heißt es nun:

Metropolico war ein deutsches Internetportal von blu – Das Netzwerk e.V. mit Sitz in München-Schwabing. Es wurde 2012 als Blu-News gegründet und 2015 in Metropolico umbenannt. Es wurde von Christian Jung betrieben, der bayerischer Landesvorsitzender der rechtspopulistischen Partei Die Freiheit war. Das Portal versteht sich selbst als „bürgerlich, liberal und unabhängig“; Beobachter rechneten es mehrheitlich dem politisch rechten Spektrum zu und verorteten es bisweilen im Rechtspopulismus. Im Mai 2017 fusionierte Metropolico mit dem Internetportal JouWatch des Kolumnisten Thomas Böhm. (…)


Fußnoten • Quellen • Verweise • weiterführende Links

[1] Rosa-Luxemburg-Stiftung Publikation: Die enthemmte Mitte ↩
[2] Facebook-Event der RLS: „Bedrohung aus der Mitte – rechtsextreme Einstellungen“ ↩
[3] Foto von Blue-News.org/Metropolico auf der Seite der Rosa-Luxemburg-Stiftung ↩
[4] Screenshot der Seite Metropolico mit PI-News Werbung ↩
[5] Wikipedia: Metropolico ↩ 
[6] taz: Ein Fall von Propaganda ↩
[7] Foto von Metropolico, ehemals Blue-News.org auf flickr (gelöscht) ↩
[8] HuffingtonPost: So rechts ist die Linkspartei ↩
[9] Junge Welt: Torte aus Stiftungspulver Wie eng kooperiert die Rosa-Luxemburg-Stiftung mit antilinken Gruppen? ↩
[10] Blog: Strassenauszucker / Über uns ↩
[11] VICE: „Gastrecht verwirkt!“, Obergrenzen für Flüchtlinge, Ausbildungsplätze zuerst für Deutsche von Alexander Nabert ↩
[12] FAZ: Denn sie wissen, wer die Torte auf Sahra Wagenkecht warf ↩
[13] Blog: Strassenauszucker – Tortanschlag auf Sahra Wagenknecht: Offizielle Stellungnahme der SaZ-Redaktion zum Cakegate ↩
[14] Wikipedia: Kai Homilius-Verlag / Autoren ↩
[15] DIE WELT: Vetternwirtschaft – Eine ziemlich linke Nummer in der Linkspartei ↩ (Ralph Niemeyer, Ex-Mann von Sahra Wagenknecht, hat viel Ärger mit Gläubigern und der Justiz. Doch die Parteiprominenz hilft ihm so großzügig, dass ein Fall von Vetternwirtschaft offen wird

Fotos RLS-Gebäude: cc Rosa Luxenburg-Stiftung via flickr  [1] [2]


© Streich Photography, Steffi Reichert

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Vielen Dank!
Stand: Juni 2016

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